Frau Gehlhaars Monatszyklus – August 2015

Der August ist vorbei, der Sommer sowieso, die fünfte Staffel Game of Thrones geguckt, bald ist Weihnachten, dann Ostern und dann sind wir alle tot. Aber vorerst Frau Gehlhaars Monatszyklus.

Monatshighlight

Dass das Radio zu meinem absoluten Lieblingsmedium gehört, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Deshalb freute ich mir mal wieder einen Ast ab, als radioeins zum Interview einlud. In der Sendung Die schöne Woche war zu Gast und habe über meinen Blog, meine Arbeit, die Sozialhelden und Vorurteile gesprochen. Und was kann es schöneres geben, als eine tolle Ankündigung, wie diese?!

„… Sie selbst sitzt seit 2005 im Rollstuhl. Für sie ist er ein natürlicher Bestandteil ihres Lebens. Er heißt Manfred und gehört zu ihr wie die Turnschuhe, die sie trägt.“

Monatsfacts

Es sind nicht nur Monatsfakten, es sind Fakten, die ein Leben lang gelten, mich ausmachen, in den Wahnsinn treiben und mir die Befriedigung geben, die ich brauche, um glücklich zu sein. Es sind 44 Fakten, Geheimnisse und Geständnisse.

  1. Ich habe zwei jüngere, tolle, lustige Brüder.
  2. Mein Rekord im Tauchen ohne Luft zu holen, liegt bei 2:16 min.
  3. Ich liebe Fleisch.
  4. Tiere sind mir suspekt. Ich möchte keine Haustiere oder fremde Hunde oder Katzen streicheln.
  5. Ich kann Ein Mensch zu sein von Arielle auswendig auf deutsch und auf englisch singen. Das weiß auch jede/r, der/die mich neu kennenlernt.
  6. Mein größter Alptraum ist, dass mich ein Tsunami wegfegt.
  7. Ich spreche fließend Niederländisch.
  8. Ich liebe es, bei anderen Pickel auszudrücken. Je ekliger, desto schöner.
  9. Ich kann auf 10 verschiedene Arten sagen ‚Es ist nichts‘, wobei nicht eine davon ‚Es ist nichts‘ bedeutet.
  10. Als Jugendliche habe ich regelmäßig erotische Träume von Batman gehabt. Heute auch noch.
  11. Ich vermisse es, durch Sand zu laufen.
  12. Mit neun Monaten konnte ich laufen, mit drei Jahren konnte ich mir eine Schleife binden.
  13. Ich singe am liebsten in Badezimmern oder anderen Toiletten, weil es da so schön schallt.
  14. Ich wiege 64 kg.
  15. Meine Nase, meine Schultern und meine Brüste liebe ich am meisten an mir.
  16. Ich hasse meine Knie! (Danke Mama, danke Oma!)
  17. Am meisten Geld gebe ich für Sneaker aus.
  18. Ich habe mir einmal den Schädel bei einem Sturz mit dem Rollstuhl gebrochen. (Kann ich nicht empfehlen.)
  19. Ich liebe O-Saft.
  20. Als Kind und Jugendliche bin ich drei Mal von zu Hause ausgerissen und wurde von der Polizei aufgegabelt. (Nein, ich hatte keine schlechte Kindheit. Im Gegenteil. Ich wollte nur Aufmerksamkeit.)
  21. Ich habe mal in der Drogerie Wimperntusche geklaut.
  22. Ich habe schwache Muskeln und kann deshalb nicht laufen.
  23. Meine Mama war 21 Jahre, als ich ihre Tochter wurde.
  24. Es gibt eine Art Pflasterstein, über die ich besonders gerne fahre. Das kitzelt dann immer so schön.
  25. Mein schönster Urlaub war auf den Malediven.
  26. Wenn ich Hunger habe, pupse ich viel. Sehr viel.
  27. Ich kann nicht kochen und habe auch keinerlei Interesse, es jemals zu lernen.
  28. In Wohnungen mag ich es minimalistisch.
  29. Mein Ex hat mich mit einer anderen in seiner Küche betrogen, während ich nebenan im Schlafzimmer schlief zitternd im Bett lag und alles mithörte. Vollpfosten.
  30. Ich liebe Celine Dion und kann alle Lieder mitsingen. Laut und energisch.
  31. Für einen Schuh von asics habe ich schonmal vor dem Laden gecampt.
  32. Früher bin ich Skateboard gefahren.
  33. Ich kann mich selbst nicht im Fernsehen sehen und habe mir einige TV-Auftritte bewusst nicht angeschaut.
  34. Ich gehe jeden Abend mit Heizdecke ins Bett. Auch im Sommer.
  35. Einmal hat mich mein Nachbar durchs Fenster beobachtet. Da ist mir vor Schreck mein Handtuch vom Körper gefallen. In Zeitlupe.
  36. Ich mag keine Süßigkeiten und kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal überhaupt Schokolade gegessen habe.
  37. In meiner Schulzeit bin ich in keine Klausur ohne Spickzettel reingegangen. Meistens habe ich sie gar nicht benutzt, aber es war gut, sie bei mir zu wissen.
  38. Natürlich gucke ich das Dschungelcamp!
  39. Vor dem Essen ist mir schlecht, nach dem Essen ist mir schlecht und dazwischen habe ich Hunger.
  40. Ich kenne das Geheimnis der perfekten Bikinifigur: Kleid aus, Bikini an!
  41. Als Kind wollte ich Nancy oder Jill heißen. Manchmal ist es gut, endlich erwachsen zu sein.
  42. Als Jugendliche habe ich absichtlich mit offenem Fenster geschlafen in der Hoffnung, entführt zu werden. Pubertät halt.
  43. Nach einer Partynacht und zu viel Mojito musste ich mich ins Gebüsch übergeben. Heute steht da ein Limettenbaum.
  44. Ich bin mit einem ekelhaft niedlichem Mann zusammen.

Monatsbegegnung

Und dieser Mann verbrachte mit mir eine ganze Nacht mit anderen Verrückten vor Overkill, um den neuen Asics x Overkill Gel Sight „Desert Rose“ zu bekommen. Im Paartnerlook. Wir Ottos.

Foto: Andi Weiland

Foto: Andi Weiland

Monatsaussage

Ich verabschiede mich. Mit dem Mann werde ich mit dem Auto durch Italien reisen. Wir werden essen, viel essen, guten Wein trinken, mit niemandem reden und in die Ferne gucken. Über die Alpen, toskanische Felder und Weingüter. Ich weiß nicht, inwieweit ich dort Internet haben werde und es ist mir auch egal. Wir wollen einfach nur weg aus Berlin und den vielen bekloppten Menschen dort. Sonst rolle ich irgendwann Amok.
Es wird der erste gemeinsame Urlaub und ein bisschen mach ich mir vor Angst ins Höschen. Wann gehen wir uns das erste Mal auf den Sack? Was mache ich, wenn mich beim Schwimmen im Meer oder Pool ein Hai angreift? Und dann die Ur-Angst, die dieser Tweet meiner Ninia ausgelöst hat:

//platform.twitter.com/widgets.js

Wir stecken noch mitten in den Urlaubsvorbereitungen: Welche Sneaker nehmen wir mit? Welchen Duschhocker? Und schließlich stellt sich die Frage, welche Lieder wir auf unsere Playlist packen. Verzweifelt suchen wir nach Totschlagargumenten, warum Celine Dion in die Liste gehört/nicht gehört. Und auch wenn wir laut dem Mann keine Titanic-Kreuzfahrt machen, finde ich es schon nett von mir, den Mann überhaupt nach Italien zu begleiten. Der Dion und mir hier und da mal den Raum zur künstlerischen Entfaltung zu geben, wäre da nur angemessen.

Monatssong

Da ich mit dem Mann in Italien sein werde, stimme ich mich und unfreiwillig ihn schonmal in die Sprache und Atmosphäre ein. Und wer könnte mir besser dabei helfen als meine Schwester des Herzens, Roisin Murphy, mit ihrer italienischsprachigen EP mi senti aus dem Jahre 2014.